Wie fahrradfreundlich sind Thüringer Orte?
Heute startet der ADFC-Fahrradklima-Test 2026. Radfahrende sind eingeladen, die Fahrradfreundlichkeit vor Ort zu bewerten. Ein Schwerpunkt liegt diesmal auf der Mobilität von Kindern und Jugendlichen, für die es erstmals eine eigene Befragung gibt.

Macht Radfahren eher Spaß oder bedeutet es eher Stress? Sind Radwege gut befahrbar oder oft durch Hindernisse blockiert? Wie sieht es mit Fahrradabstellmöglichkeiten aus? Wie ist die Radwegweisung? Diese und viele weitere Fragen sind Teil des ADFC-Fahrradklimatests, der regelmäßig die Zufriedenheit der Radfahrenden in Deutschland mit den Radfahrbedingungen vor Ort erfragt.
Thilo Braun, Vorsitzender des ADFC Thüringen: „Wir hoffen auf eine rege Beteiligung - schon, um aussagekräftige Vergleiche mit den Ergebnissen der letzten Jahre vornehmen zu können. Immerhin ist die Umfrage kein Selbstzweck, denn wir wollen, dass sich die Bedingungen für den Radverkehr spürbar verbessern. Die Ergebnisse bieten hierfür eine Grundlage - und hoffentlich auch eine Ermutigung für die Verantwortlichen, wenn durchgeführte Maßnahmen positiv auffallen.“
Die Online-Umfrage findet zwischen 1. September und 30. November 2026 über die Internetseite https://fkt.adfc.de statt. Sie umfasst 27 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit allgemein sowie fünf Zusatzfragen, bei denen es diesmal um die Mobilität von Kindern und Jugendlichen geht: Fahren sie üblicherweise Rad? Werden sie gut darauf vorbereitet? Ist das Radfahren für sie sicher? Gibt es vor Ort Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung? Gibt es genug Rad-Parkmöglichkeiten an Kindergärten, Schulen und Freizeitorten?
Kinder und Jugendliche im Fokus
Die Schwerpunktfragen schlagen einen spannenden Bogen zum neuen Fahrradklima-Test Jugendliche. Zum ersten Mal widmet der ADFC Kindern und Jugendlichen damit eine eigene Umfrage im Rahmen des ADFC-Fahrradklima-Tests. Gerade junge Menschen brauchen besonders sichere Bedingungen, um selbstständig mit dem Rad unterwegs zu sein – zur Schule, zum Sport oder in der Freizeit. Deshalb möchte der ADFC von ihnen selbst wissen, was beim Radfahren gut funktioniert, was ihnen Schwierigkeiten macht, und was sich verändern muss, damit sie gern oder überhaupt aufs Fahrrad steigen.
Thilo Braun: „Die Entscheidung, diesmal auch Kinder und Jugendliche zu befragen, kann zu ganz neuen und zusätzlichen Erkenntnissen führen. Denn diese Gruppen sehen den Straßenverkehr im wahrsten Sinne des Wortes aus einer sehr eigenen Perspektive. Wenn wir sie zu mündigen Bürgern erziehen wollen, die ihre Mobilität eigenverantwortlich und sinnvoll gestalten können, müssen wir ihnen den Weg ebnen – und sind dafür auf ihre Sicht angewiesen.“
Auch Kommunen sind gefragt
Zum ADFC-Fahrradklima-Test 2026 gehören drei Befragungen: Radfahrerinnen und Radfahrer bewerten die Fahrradfreundlichkeit ihres Ortes, Kinder und Jugendliche schildern im FKT - Jugendliche ihre Erfahrungen und Bedürfnisse, und beim FKT-Kommunen geben Städte und Gemeinden Auskunft, wie sie den Radverkehr schon fördern. Damit wird die Fahrradfreundlichkeit vor Ort aus drei unterschiedlichen Perspektiven sichtbar.
Über den ADFC-Fahrradklima-Test 2026
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet 2026 bereits zum zwölften Mal statt. Er wird gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP).
Hintergrund: Wie ist das Fahrradklima in Thüringen?
Im Fahrradklima-Test 2024 bewerteten deutschlandweit 213.000 Radfahrerinnen und Radfahrer die Fahrradfreundlichkeit in über 1.000 Städten und Gemeinden. In Thüringen beteiligten sich fast 3.500 Menschen an der Umfrage. Die Bilanz fiel weitgehend ernüchternd aus: 19 Thüringer Orte gingen in die Wertung ein, und fast alle von ihnen lagen im Bundesvergleich im unteren Mittelfeld oder darunter. Im Vergleich besonders schlecht bewertet wurden Altenburg, Gotha, Nordhausen, Harth-Pöllnitz, Auma-Weidatal und Waltershausen. Vergleichsweise gut schnitten Ilmenau und Arnstadt ab. In den meisten Thüringer Städten wurden v.a. die gute Erreichbarkeit der Ortszentren und das zügige Vorankommen mit dem Rad positiv bewertet. Als größte Ärgernisse benannten die Thüringer Befragten die mangelhafte Führung an Baustellen, nicht auf Radfahrende abgestimmte Ampelschaltungen und unzureichenden Breiten der Wege für den Radverkehr. Ein kritisches Thema war zudem das Miteinander im Verkehr, das in allen teilnehmenden 19 Thüringer Orten als eher schlecht bewertet wurde.
Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit rund 240.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Hinweise an Redaktionen
Zur Befragung geht es auf https://fkt.adfc.de/befragung. Hier finden Sie auch Hintergründe zum ADFC-Fahrradklima-Test sowie die Ergebnisse der letzten Durchgänge. Wir freuen uns, wenn Sie den Aufruf zur Teilnahme weiterverbreiten. Infopakete mit Plakaten, Postkarten, Lenkeranhängern und Fragebögen können auf https://fkt.adfc.de/bestellen bestellt werden. Auf https://fkt.adfc.de/material/grafik-und-textvorlagen finden Sie außerdem Social-Media-, Anzeigen- und diverse Textvorlagen.
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